Les Chants du Dauphin

Robert De Visées Musik für den Thronfolger

Silvia Tecardi – Quinton

Matthias Müller – Viola da gamba

Julian Behr – Barockgitarre, Theorbe

De Visée kam 1680 als Musiker der „Chambre du Roy“ an den Hof Ludwig XIV und wurde zum Gitarrenlehrer des „Dauphins“ (der Titel für den franz. Thronfolger) ernannt.  Er veröffentlichte zwei Gitarrenbücher (1682 u.1686), in denen er die in der üblichen Tabulaturschrift notierten Stücke auch in Partitur für Cantus und Bassus setzt. Seine Freunde, welche „die Oberstimme („le chant“) meiner Stücke sehr ansprechend fanden“, so erklärt er im Vorwort, hätten ihn dazu „gezwungen“. 1716 veröffentlicht er die „Pieces de Theorbe et de Luth“, ebenfalls in Mensuralnotation für Cantus und Bassus, diesmal ganz ohne Tabulatur. Da seine Theorbenkompositionen sonst nur im Manuskript Saizenay (1699) erhalten sind, ist dies eine wichtige Quelle.

Er gibt im Vorwort der „Pieces de Theorbe et de Luth“ an, diese Stücke seien, neben der Solo-Fassungen, mit Cembalo, Gambe und Violine musiziert worden.

Wir möchten uns in unserem neuen Programm auf die Möglichkeiten einer klanglich noch zarteren und intimeren Instrumentierung fokussieren:  mit dem Quinton als Oberstimmeninstrument, der als Hybridinstrument zwischen Violine und Viola da Gamba eine perfekte Brücke zwischen den beiden Instrumentenfamilien baut, und mit Theorbe und Gitarre neben der Gambe als Continuo. Dabei spielen wir mit dem Fundus der Mensuralnotation und den Solostücken, und spinnen ein zartes aber kontrastreiches Gewebe.


 


Audio-Beispiele (click auf den Delfin):

Robert De Visée, "Livre de Guittarre" 1686, Suite d-moll

Live-Mitschnitt vom 2.2.22, Germanuskirche Brombach

 

R. De Visée, Sarabande

Sarabande, Silvia Tecardi - Quinton, Julian Behr - Theorbe


R. De Visée, Menüet

Menüet, Silvia Tecardi - Quinton, Julian Behr - Barockgitarre


Dauphin von Frankreich Wappen, aus: " Insignia ... XV. Insignia equitum Gallici ..." (1550-1555)